Fotos

Sicher teilst Du gerne Fotos von Dir in den sozialen Netzwerken. Vielleicht sind auch manchmal Freunde auf Deinen Bildern zu sehen. Aber darfst Du Fotos von Deinen Freunden in sozialen Netzwerken teilen?

Die Antwort auf die Frage ist gar nicht so einfach:

Du siehst, man muss einige Punkte berücksichtigen, wenn man Fotos teilen will.


Das Recht am eigenen Bild

Wer sich an die Regeln von oben nicht hält, verstößt gegen das „Recht am eigenen Bild“. Denn sobald eine Person auf einem Bild zu erkennen ist, muss diese Person zustimmen, ob dieses Bild für andere Personen sichtbar sein darf. Das gilt für Fotos, Sprachaufnahmen und Videos. Zwar wurde das Gesetz erfunden, als es noch kein Internet gab, es gilt aber dort genauso.

Was ist das „Recht am eigenen Bild“? 

Das Recht am eigenen Bild ist eine besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es besagt, dass jeder Mensch selbst bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Aufnahmen wie Fotos oder Videos von ihm veröffentlicht werden.


Was passiert, wenn ich ein Bild von jemandem poste oder teile, der damit nicht einverstanden war?

Wer das Recht am Bild missachtet, begeht eine Straftat und riskiert eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren.

Opfer einer solchen Rechtsverletzung dürfen vom Verletzer die Löschung, Unterlassung und Schadensersatz fordern.

Heißt im Klartext: Wenn Du ein Bild von jemandem veröffentlichst, der das nicht ausdrücklich erlaubt hat, machst Du Dich strafbar. Dabei ist ganz egal, ob das Foto peinlich, lustig oder ganz harmlos ist.

Die Person kann Dich dann bei der Polizei anzeigen und Du musst eine Strafe bezahlen. Außerdem musst Du Dich darum kümmern, dass das Foto/Video, das Du von der Person gepostet hast, von ALLEN Internetseiten und Endgeräten wieder verschwindet. Aber das ist gar nicht so einfach.


Ausnahmen: Wann dürfen Fotos ohne Einwilligung veröffentlicht werden?

Unter bestimmten Bedingungen entfällt das Recht am eigenen Bild einer Person. Aufnahmen dürfen dann ohne deren Einverständnis veröffentlicht oder verbreitet werden.

Zu diesen Ausnahmen gehören laut § 23 KUG:

Bildnisse aus der Zeitgeschichte: Eine Person muss die Veröffentlichung und Verbreitung einer Abbildung hinnehmen, wenn das Foto Personen des öffentlichen Lebens oder historisch bedeutende Ereignisse zeigt – vorausgesetzt, ihre Privat- und Intimsphäre werden dadurch nicht verletzt.

Bildnisse mit Personen als Beiwerk: Abbildungen von Sehenswürdigkeiten, auf denen Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen, sind nicht vom Recht auf das eigene Bild umfasst.

Bildnisse von Versammlungen und Aufzügen („Umzug“*): Aufnahmen von öffentlichen Versammlungen dürfen ohne Zustimmung der darauf abgebildeten Person erfolgen. Eine Bildberichterstattung ist also ohne Einwilligung erlaubt. Davon ausgenommen sind aber private Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Beerdigungen.

Bildnisse der Kunst: Die Veröffentlichung und Verbreitung eines Kunstwerks darf ohne Einwilligung des Abgebildeten erfolgen, sofern die Zurschaustellung in der Öffentlichkeit einem höheren künstlerischen Interesse dient.

Strafverfolgung: Im Rahmen der Ermittlungen zu Straftaten greift das Recht am eigenen Bilde ebenfalls nicht. Strafverfolgungsbehörden dürfen deswegen z. B. Fahndungsfotos veröffentlichen und verbreiten.

https://www.advocado.de/ratgeber/medien-und-urheberrecht/urhebergesetz/recht-am-eigenen-bild.html#kein-recht-am-bild
*Anm. d. Red.